Kakaopreis durch Spekulationen auf Höchststand
Der Kakaopreis erlebte im Jahre 2009 ungeahnte Höhen. Er ist auf den Warenterminbörsen in New York und London auf fast bis zu 2.200 Euro/t gestiegen. Schuld ist eine Verlagerung des BörsengeschĂ€ftes auf Rohstoffzertifikate. Spekulanten, Banken und Fonds glauben zur Zeit auf den RohstoffmĂ€rkten deutlich höhere Gewinne erzielen zu können als mit anderen Investments. Das niedrige Zinsniveau trĂ€gt mit dazu bei, dass auch deutsche Banken am Spekulationskarussell teilnehmen und ihren Anlegern bessere Renditen auf den Rohstoff-MĂ€rkten versprechen. Hier werden Produkte wie Rohöl, Gold und Kupfer gleichermaĂen gehandelt wie Weizen, Mais, Reis, Kaffee und auch Kakao.
Nach EinschÀtzung von Finanzexperten soll der Rohkakaopreis trotz guter Ernte hoch bleiben. Und das hat nichts mehr mit herkömmlichen Marktmechanismen zu tun: Die Kakao- und Schokoladenindustrie war bislang geprÀgt vom Markt regulierenden Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.
Wird der Rohkakaopreis nun willkĂŒrlich von Investoren und Spekulanten in die Höhe getrieben, dann nĂ€hern wir uns VerhĂ€ltnissen, wie wir sie bereits bei Rohöl, Gold, Mais und Getreide kennen. Es bleibt dann zu befĂŒrchten, dass sich die Verbraucher auf deutlich gröĂere Preisschwankungen bei Schokoladenerzeugnissen einstellen mĂŒssen. VerhĂ€ltnisse wie wir es vom Benzin kennen. Doch hat Schokolade das wirklich verdient?


