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Der Staat sollte so wenig wie möglich in die freie Marktwirtschaft eingreifen

Der italienische Autobauer Fiat plant einen Weltkonzern mit Opel. Heute fĂŒhrt Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg GesprĂ€che mit Fiat-Chef Sergio Marchionne in der deutschen Hauptstadt. WĂ€hrend sich die Koalition in Berlin darĂŒber streitet, wer denn der richtige Opel-Partner sei, mahnt der Autoexperte Uwe Röhrig, man dĂŒrfe jetzt nicht den Blick fĂŒr das Wesentliche verlieren.

ZunĂ€chst muss festgestellt werden, dass es ĂŒberhaupt Unternehmen gibt, die als potenzielle Investoren bereit stehen. Wer den Zuschlag fĂŒr eine Fusion, einen Einstieg oder eine Übernahme letztlich erhĂ€lt, ist jetzt noch völlig offen. Dies hĂ€ngt von der Nachhaltigkeit des vorzulegenden Gesamtkonzepts ab. Garantien kann und wird es nicht geben, denn dies kann ein seriöses Unternehmen gar nicht tun. Das Einzige, was ich mir vorstellen kann, ist eine Standort-Garantie, die aber mit absoluter Sicherheit keine ganzheitlich Arbeitsplatzgarantie enthalten wird“, so der Chef der Berliner Automobilberatungsfirma International Car Concept (ICC).

Bei beiden Interessenten handelt es sich nach Ansicht von Röhrig, der auch als Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstĂ€ndische Wirtschaft (BVMW) tĂ€tig ist, um keine Leichtgewichte. Magna ist ein hochprofessioneller und ertragsstarker Entwickler und Zulieferer fĂŒr die Autoindustrie, Fiat ein bekannter italienischer Autohersteller mit eingestĂ€ndigen Marken und deren Abgrenzung. Beide Unternehmen haben fĂŒr einen möglichen Einstieg sicher eine unterschiedliche Motivation, bieten aber eine positive Perspektive. FĂŒr Magna bedeutet der Einstieg ĂŒber eine Minderheitsbeteiligung zum einen die Absicherung fĂŒr weitere Entwicklungen und Produktion von Fahrzeugkomponenten und Komplettfahrzeugen, ohne das bisherige Kundenportfolio zu stören und das Ganze aus liquiden Mitteln bestreiten zu können. Bei Fiat ist zu beachten, wie sich der Konzern in den letzten Jahren saniert und entwickelt hat. Zudem ist die Erkenntnis der Unternehmenslenker zu beachten, dass die Zukunft ĂŒber die Sicherung der MĂ€rkte weltweit von grĂ¶ĂŸter Bedeutung ist.

Der frĂŒhere Vertriebschef fĂŒr Mercedes-Benz und Maybach pocht darauf, dass eine mögliche Absicherung durch die Bundesregierung so wenige Risiken wie möglich fĂŒr den Steuerzahler haben darf. “Der Staat sollte in diesem Fall nicht ĂŒber GebĂŒhr in die freie Marktwirtschaft eingreifen. Im Grunde hat es auch in der Vergangenheit immer schon eine “natĂŒrliche Auslese” und Marktbereinigung gegeben. Denn auch die Bundesregierung muss ins KalkĂŒl ziehen, dass es in der gesamten Welt eine ÜberkapazitĂ€t von etwa 20 Mio. Fahrzeugen gibt und die Politik keine Kompetenz in der FĂŒhrung von Wirtschaftsunternehmen besitzt. Es ist schon etwas ganz anderes, ob man den eigenen Geldbeutel plĂŒndert oder ob man mit Staatsgeldern hantiert und gegebenenfalls eine Verschuldung in Kauf nimmt, die kĂŒnftige Generationen abtragen mĂŒssen.”

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