Überschuldungsreport: Höhere private Verschuldung in Deutschland
Die Finanzkrise und deren Folgen haben vor allem dafür gesorgt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland immer größer wird. Daher nehmen auch die Überschuldungen in den Privathaushalten immer mehr zu. Dies ist das Ergebnis des Überschuldungsreports des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen und der Stiftung „Deutschland im Plus“.
Überschuldete Haushalte sind im Schnitt 33.000 Euro in den Miesen und haben Schulden bei 13 Gläubigern. Die Forderungen der Banken machen hier meist nur die Hälfte aus. Insgesamt haben drei Millionen deutsche Haushalte Schulden und mussten Kredite in Höhe von zusammen 110 Milliarden Euro aufnehmen.
Die Anzahl der Schuldner wird immer größer. In 40% der Fälle sind Arbeitslosigkeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit Auslöser für die finanziellen Schwierigkeiten. Immer mehr Jüngere haben zwar Schulden, jedoch sind diese im Vergleich zum Durchschnitt noch gering, da sie meist keine so hohen Kredite bekommen. Die höchsten Kreditschulden findet man in der Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen, die im Schnitt jeweils 55.500 Euro in den Miesen sind.
Die größte Schuldenfalle ist in Deutschland jedoch die Armut. Das Pro-Einkommen der überschuldeten Haushalte ist weit unter dem Durchschnitt. Vor allem Alleinerziehende trifft es besonders hart.
Die Experten empfehlen daher das Insolvenzverfahren von sechs auf drei Jahre zu verkürzen, damit läge man auch gut im europäischen Vergleich. Zudem müsse finanzielle Bildung an den Schulen stärker vermittelt werden.



Endlich mal eine vernünftige Seite, um sich über private Schulden zu informieren. Uwe Schröter