Milliarden-Steuereinnahmen durch Selbstanzeige von Steuersündern
Anfang 2010 hatten mehrere Bundesländer Steuer-CDs aus Liechtenstein und der Schweiz gekauft. Daraufhin hatten etliche Steuersünder Angst bekommen, erwischt zu werden. Durch eine Selbstanzeige können sie jedoch einer Strafe entgehen. Diese Möglichkeit löste eine wahre Selbstanzeigen-Flut aus. Experten rechnen mit Nachzahlungen in Milliardenhöhe.
Medienberichten zufolge zeigten sich im Jahr 2010 über 23.500 deutsche Steuersünder bei den Finanzämtern selbst an. Die meisten Selbstanzeigen gibt es offenbar in Baden-Württemberg. 7409 Betroffene meldeten sich hier, gefolgt von 5158 in Nordrhein-Westfalen. Entsprechend der Größe gab es z.B. in Berlin, Hamburg, dem Saarland und Bremen weniger als 1000 Selbstanzeigen. Die ostdeutschen Bundesländer landen hinsichtlich der Anzahl der Selbstanzeigen mit weniger als 100 Steuersündern auf den letzten Plätzen.
Laut Medienberichten muss jeder, der sich bei den Finanzbehörden gemeldet hat, im Schnitt über 75.000 Euro an Steuern nachzahlen. “Der Spiegel” berichtet z.B. für das Jahr 2010 von rund 1,6 Milliarden Euro an nachträglichen Zahlungen. Für 2011 sollen 200 Millionen anfallen.



