Home > Finanzen > Urteil: Untreue kein automatischer Grund für Erbunwürdigkeit

Urteil: Untreue kein automatischer Grund für Erbunwürdigkeit

cc by flickr/ ilovememphis

cc by flickr/ ilovememphis

Untreue in einer Ehe muss nicht automatisch dazu führen, dass der untreue Partner enterbt wird. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltsvereins hinweist. Dies gilt auch dann, wenn der spätere Erblasser von dem untreuen Ehepartner in ein Seniorenheim gebracht wurde.

In dem konkreten Fall wurde ein Mann aufgrund einer psychischen Erkrankung ein Jahr lang stationär behandelt. Nach der Rückkehr nach Hause, bestand seine Frau darauf, dass er in einem Seniorenheim untergebracht wurde. Einige Jahre später starb der Mann.

Sein Sohn aus erster Ehe klagte gegen die Witwe auf Erbunwürdigkeit. Eines seiner Hauptargumente war, dass die Frau ein Verhältnis gehabt und daher ihren Mann in ein Seniorenheim gesteckt haben soll.

Die Richter gaben jedoch der Frau Recht. Natürlich könne das Verschweigen einer außerehelichen Beziehung als arglistige Täuschung gewertet werden. Jedoch sehe das Gesetz Erbunwürdigkeit nur bei schwerwiegenden Umständen gegeben. Nur in Härtefällen sei ein Ehepartner verpflichtet, seine Affäre mitzuteilen. In den meisten Fällen entfalle jedoch Untreue als Grund für den Entzug des Ehegattenpflichtanteils.

Finanzen , , ,

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks