Wie entwickelt sich der Strompreis?

Windkraftanlage
Seitdem offiziell beschlossen worden ist, dass der Atomstrom in Deutschland der Vergangenheit angehört, ist die Diskussion über den Preis entbrannt. Viele Politiker, Unternehmen und Institutionen haben ihre Berechnungen vorgelegt oder aber auch nur Vermutungen geäußert. Ein klares Ergebnis hat es jedoch bisher nicht gegeben. Wann und ob es eine zuverlässige Rechnung in nächster Zeit geben wird, steht in den Sternen, denn die Rechnung ist noch voll von Unbekannten.
Mathematik ist komplex, viele haben das leidvoll in der Schule lernen müssen. Gerade das Rechnen mit mehreren Unbekannten hat zu manch falschem Ergebnis geführt. Das scheint auch bei der Berechnung der Mehrkosten durch den Atomausstieg der Fall zu sein. Der Preis, den der Endverbraucher zahlen muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Diese sind schwer vorherzusehen, was eine genaue Berechnung verhindert. Stromsparen und die Wahl des richtigen Anbieters sind in jedem Fall ratsam. Auf der Suche nach dem richtigen Stromanbieter Preisvergleich und Co. zu nutzen, macht daher Sinn.
Zu viele Unbekannte
Wichtigster Faktor ist der Einkaufspreis des Stroms, der an der Strombörse gebildet wird. Hinzu kommen die Durchleitungsgebühren der Netzbetreiber, die anteilig an die Verbraucher weitergegeben werden und die Umlagen durch das Erneuerbare Energien Gesetz.
Der Einkaufspreis für Strom ist der Faktor, der am ehesten und genausten vorhersehbar ist. Die Mengen, die von den Produzenten geliefert werden, sind bereits mehrere Jahre im Voraus bekannt. Durch den Ausstieg aus der Atomenergie hat sich die vorhersehbare Strommenge verknappt, doch dies hat sich bisher kaum auf die Preise niedergeschlagen. Nach neusten Rechnungen hat sich der Strom mit Liefertermin 2014 lediglich um 0,4 Cent pro Kilowattstunde verteuert.
Die Durchleitungsgebühren der Zukunft zu errechnen, gestaltet sich hingegen schon schwieriger. Die Verlagerung der Stromproduktion, die in den nächsten Jahrzehnten wohl vor allem im Norden ausgebaut werden wird, erfordert einen massiven Ausbau der Netze. Dies wird von den Betreibern natürlich an die Firmen weitergegeben, die den Strom durchleiten und diese geben es wiederum an ihre Kunden weiter. Schätzungen, was der Ausbau kosten wird und wie stark die Verbraucher davon betroffen sein werden, schwanken aber stark. Diese Variable bleibt also bestehen und wird sich so schnell nicht lösen lassen.
Die Dritte Unbekannte ist ähnlich komplex. Die Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz wird von vielen Faktoren bestimmt. Der Wichtigste ist das Tempo des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Je mehr hier investiert wird und je mehr Strom aus diesen Quellen eingespeist wird, umso höher die Umlage und somit der Preisaufschlag. Allerdings sinken die Vergütungen für Strom aus Photovoltaikanlagen und reduzieren somit die Umlage. Und auch die größere Menge an Strom aus erneuerbaren Energien sorgt dafür, dass das Gesamtangebot größer ist, wodurch der Strompreis sinkt.
Wie gezeigt ist die Preisentwicklung für den Strom der nächsten Jahre also so komplex, dass kaum eine Prognose möglich ist. Es ist aber von einer Preissteigerung auszugehen, wirklich dramatisch wird sie nicht ausfallen.


