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Altersvorsorge bald verpflichtend f√ľr alle Selbstst√§ndigen?

cc by wikimedia/ Michael von Aichberger

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Die Anzahl der Bundesb√ľrger, die in Zukunft von Altersarmut betroffen sein werden oder es jetzt schon sind, steigt immer weiter an. Eine Risikogruppe sind eindeutig die Selbstst√§ndigen, da diese selbst daf√ľr verantwortlich sind, ob und wie sie sich f√ľr das Alter finanziell absichern. Meist ist die M√∂glichkeit dazu in diesem Bereich auch einfach eine Frage des Einkommens. Das Bundesarbeitsministerium hat nun Pl√§ne vorgelegt, nach denen Selbst√§ndige ab Mitte n√§chsten Jahres zur Altersvorsorge verpflichtet werden sollen.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen stellt sich dies so vor, dass Selbstst√§ndige dann w√§hlen k√∂nnen, ob sie sich durch Lebensversicherungen, eine private oder gesetzliche Rentenversicherung oder eben die R√ľrup-Rente absichern. An sich ja kein falscher Schritt, jedoch k√∂nnte die festgesetzte H√∂he so manch einem Selbstst√§ndigen finanziell besonders zu schaffen machen, vor allem da dies f√ľr Selbstst√§ndige unter 30 Jahren gelten soll:

Die Vorsorge muss nach den aktuellen Pl√§nen n√§mlich √ľber der Grundsicherung im Alter liegen, was derzeit rund 700 Euro monatlich betr√§gt. Um diesen Wert zu erreichen muss man im Schnitt 45 Jahre lang 250 bis 300 Euro im Monat plus 100 Euro f√ľr den Erwerbsminderungsschutz einzahlen. Die Versicherungspflicht soll f√ľr Selbstst√§ndige im Alter von 30 bis 50 Jahren in abgeschw√§chter Form eingef√ľhrt werden und alle ab 50 werden von der Pflicht befreit. Im Mai wird das Kabinett aller Voraussicht nach √ľber dieses Vorhaben abstimmen.

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  1. Oeconomicus
    23. März 2012, 03:54 | #1

    Schon während der Winterklausur [2011] der Christsozialen wurde ein Vorstoss in diese Richtung unternommen. Dabei benutzte man das Deckmäntelchen potentieller Altersarumut.
    Die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt formulierte es so:
    „Nicht allen Selbst√§ndigen ist die Notwendigkeit, f√ľr das Alter vorzusorgen, bewusst. Es droht ihnen Altersarmut oder sie fallen in die staatliche Grundsicherung.“
    Soweit zu den hehren Zielen dieser Debatte.

    Wer allerdings etwas tiefer in die Materie einsteigt wird sich unmittelt inmitten von Nebelkerzen wiederfinden.
    Selbst√§ndige sollen frei w√§hlen k√∂nnen, welche Form der Alterssicherung infrage kommt, etwa eine Lebensversicherung, private oder gesetzliche Rentenversicherung oder R√ľrup-Rente [also alles Organisationen, die potentiell in Staatsanleihen investieren].
    F√§llt die Entscheidung f√ľr keine dieser Optionen, sondern etwa f√ľr Investitionen in den eigenen Betrieb, eigene Geb√§ude, Maschinen, Warenlager, Patente, etc., soll die Rentenpflichtversicherung zur Anwendung kommen.

    Strafe muss eben sein, wo k√§men wir denn hin, wenn sich jeder nach pers√∂nlichem Gusto absichern w√ľrde … und ausserdem, ist ein vermietetes Ferienhaus an einem lauschigen Pl√§tzchen, in dem man sp√§ter seinen Ruhestand verbringen m√∂chte wirklich eine Form der Altersvorsorge, die im Wettbewerb mit einer wie oben dargestellten Abzocke konkurrieren k√∂nnte?

    Bei den betroffenen Zielgruppen [selbst√§ndige Handwerker, Dienstleister, Kleinunternehmer/Kleinstunternehmer,etc.] k√∂nnte aus der Freude √ľber die Vorsorge der Politik auch √úberschwang entstehen, insbesondere dann, wenn zu Tage tritt, dass bestimmte Berufsgruppen, wie etwa Architekten, √Ąrzte, Rechtsanw√§lte, Steuerberater, Wirtschaftspr√ľfer [in berufst√§ndigen Versorgungswerken versichert] bei diesem f√ľrsorglichen Leyenspiel ausgeschlossen bleiben.

    Fazit: Wenn schon Solidargemeinschaften, dann m√ľssen ALLE anteilige Lasten schultern (!)

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