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Urteil gegen „Insolvenz-Tourismus“

cc by wikimedia/ Diliff

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Immer mehr Menschen in Deutschland mĂŒssen sich aufgrund von hohen Schulden in die Privatinsolvenz begeben. Hierzulande darf man sich nach dem gerichtlichen Insolvenzverfahren sechs Jahre lang nichts zu schulden kommen lassen und muss bestimmte Auflagen erfĂŒllen, bevor einem dann die restlichen Schulden erlassen werden. Dies geht in anderen EU-LĂ€ndern viel schneller.

Laut einer EU-Verordnung werden zudem Insolvenzerfahren, die in einem anderen Land der EuropĂ€ischen Union durchlaufen wurden, auch in anderen Mitgliedsstaaten anerkannt. So haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Deutsche dazu entschieden, ihren Wohnsitz nach Großbritannien oder Frankreich zu verlegen um dort das schnellere Verfahren zu durchlaufen, bei dem die Wohlverhaltensphase meist nur ein Jahr dauert.

Das Landgericht Köln hat sich gegen einen solchen „Insolvenz-Tourismus“ ausgesprochen, wie die Arag Versicherung weiß. In dem konkreten Fall hatten sich vier Deutsche in London eine Wohnung mit vier Schlafzimmern geteilt. Alle hatten sich dort eingemietet um das englische Insolvenzverfahren zu durchlaufen. Die Richter erkannten jedoch am Ende die Entscheidung des britischen Insolvenzgerichts nicht an, da der KlĂ€ger nur zum Schein seinen Lebensmittelpunkt nach London verlagert hatte.

Aktuell plant die deutsche Regierung ĂŒbrigens eine Reform des Insolvenzrechts. Damit soll die Wohlverhaltensphase bei der Privatinsolvenz auf drei Jahre verkĂŒrzt werden, was diesen „Tourismus“ wohl auch ein wenig eindĂ€mmen wĂŒrde…

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