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Ehrenamt: Keine Arbeitnehmerrechte

cc by flickr/ stefan.eissing

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Etliche Menschen engagieren sich in Deutschland jedes Jahr ehrenamtlich. Leider gibt es immer wieder Fälle, bei denen die freiwilligen Helfer, die ohne Bezahlung sich einsetzen, von ihren Auftraggebern nicht gerade gut behandelt werden. Eine Chemnitzerin hat sich nun bis vor das Bundesarbeitsgericht geklagt, um auf diese Situation aufmerksam zu machen.

Am Ende n√ľtzte ihr pers√∂nlich der Weg durch die Instanzen leider wenig, denn die Richter entschieden, dass ein Ehrenamt nicht mit einer Anstellung zu vergleichen sei, so dass hier Arbeitnehmerrechte nicht gelten. Konkret ging es in dem Fall darum, dass die Frau fast acht Jahre lang ehrenamtlich als Telefonseelsorgerin f√ľr die Diakonie Stadtmission t√§tig war. Daf√ľr bekam sie monatlich eine Aufwandsentsch√§digung von 30 Euro. Im Jahr 2010 setzte man sie dann m√ľndlich von einem Tag auf den anderen vor die T√ľr.

Die Frau wollte noch einmal dar√ľber reden und bat darum die Entscheidung zu √ľberdenken, doch die Verantwortlichen weigerten sich. Vor Gericht wollte die Frau f√ľr Ehrenamtliche √§hnliche Schutzrechte wie f√ľr Arbeitnehmer erstreiten. Die Richter beharrten jedoch auf der bisherigen Trennung. Ein Ehrenamt sei ein Auftragsverh√§ltnis, das jederzeit beendet werden k√∂nne und daher auch nicht mit einem Job gleichzusetzen sei. Trotzdem r√ľgte der Vorsitzende Richter das Verhalten der Diakonie Stadtmission. Nach solch einer langen T√§tigkeit w√§re ein Dankesschreiben das Mindeste gewesen. Rechtlich sei die Frage des Stils leider nicht zu kl√§ren.

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