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Zweitwohnungssteuer: Regionale Unterschiede

cc by flickr/ noskule

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Seit dem Jahr 1972 gibt es in Deutschland die Zweitwohnungssteuer. Begonnen hat das Ganze als reine Abgabe f√ľr B√ľrger mit einem Ferienhaus, inzwischen gilt dies jedoch f√ľr die meisten Menschen, die einfach nur an zwei Wohnsitzen gemeldet sind. Rund 400 St√§dte und Gemeinden erheben mittlerweile die Steuer.

Wie genau die Zweitwohnungssteuer geregelt ist, ist von Ort zu Ort verschieden. W√§hrend zum Beispiel in Dresden der Nebenwohnsitz als abgeschlossene Wohneinheit mit K√ľche oder Kochnische und Bad definiert ist, gilt in Dortmund bereits ein abgeschlossener Raum, in dem man schl√§ft als steuerpflichtiger Zweitwohnsitz. Darunter fallen also auch Wohnwagen.

In Bayern sind Geringverdiener bis zu einem Jahreseinkommen von 25.000 Euro von der Zweitwohnungssteuer befreit, w√§hrend in St√§dten wie Berlin selbst Studenten ohne Verdienst zahlen m√ľssen. Bei den Berufspendlern sind nur verheiratete Partner befreit, denn von ihnen k√∂nne man nicht verlangen, ihren ersten Wohnsitz aufzugeben. Auch die H√∂he der Zweitwohnungssteuer variiert von Region zu Region: An einem Ort wird diese anhand der orts√ľblichen Vergleichsmiete ermittelt, woanders wieder nach der Jahresrohmiete oder der Jahreskaltmiete.

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  1. J√ľrgen Keitel, Garbsen
    24. September 2013, 09:33 | #1

    Unbeliebte Gäste auf Zeit

    Zweitwohnungsteuer ist Beutelschneiderei. Die Kommunen gehen hier gegen einen Personenkreis vor der sich bei der n√§chsten Wahl nicht daf√ľr „bedanken“ kann, denn der √ľberwiegende Teil der Zweitwohnungsteuerpflichtigen ist in der veranlagenden Gemeinde nicht wahlberechtigt. Zweitwohnungsteuerpflichtige sind unbeliebte G√§ste auf Zeit.

    Es wird auch immer der Eindruck erweckt, dass die Steuerpflichtigen nur die Vorteile ausnutzen. Dies ist Polemik von Politikern die ihren Haushalt nicht in den Griff bekommen, denn auch die Zweitwohnungsteuer wird deren Misere nicht abhelfen. Man geht hier den Weg des geringsten Widerstands.

    Jeder zweitwohnungsteuerpflichtige Eigent√ľmer zahlt s√§mtliche anfallenden Gemeindeabgaben, wie Grundsteuer, Stra√üengeb√ľhren, M√ľllabfuhr, Regenwassergeb√ľhren, anfallende Anliegerumlagen usw. und soweit erhoben die Kurabgabe, wie jeder ortsans√§ssige Steuerpflichtige. Dar√ľber hinaus l√§sst er noch manchen Euro in der Gemeinde. Zus√§tzlich muss die Zweitwohnungsteuer aufgebracht werden.

    Doppelbesteuerung daf√ľr, dass f√ľr die besteuerte Wohnung aus gutem Grund kein Erstwohnsitz angemeldet wurde. Es ist eben doch eine Reichen- und Neidsteuer, erhoben zun√§chst unter dem Vorwand einen Erstwohnsitz erreichen zu wollen, den man der Nachbargemeinde gerne abjagt. Anschlie√üend jammert man dann gemeinsam √ľber fehlende Mittel. Es mangelt vielerorts in der Kommunalpolitik eben am n√∂tigen Sachverstand, bzw. die Neidgedanken sind gr√∂√üer als der Verstand jedes einzelnen Kommunalpolitikers.

    Schon die Berechnung der Zweitwohnungsteuerpflichtigen weist einen gro√üen Fehler auf. Die, die Gemeinde bereits meldem√§√üig verlie√üen, weil sie anderenorts zweitwohnungsteuerpflichtig wurden, werden nicht ber√ľcksichtigt. Nur die nach Ank√ľndigung der Steuererhebung erfassten Neuzug√§nge werden als Erfolg gebucht.

    Zweitwohnungsbesitzer werden ausgegrenzt, diskriminiert und ungleich behandelt. Zweitwohnungsteuer ist Enteignung.

    Die Kommunen wollen aber noch viel mehr. Ihre Raffgier kennt keine Grenzen. Es gen√ľgt ihnen nicht die Grundsteuer und s√§mtliche kommunalen Abgaben zu vereinnahmen, sondern man will die Zweitwohnungsteuer und in derselben H√∂he auch noch Zuwendungen aus dem Steuertopf des Landes und soweit m√∂glich zus√§tzlich einen Jahreskurbeitrag.

    ‚ÄěWer aufgrund von selbstverschuldeter Misswirtschaft ein Loch im eigenen Sack hat, sollte sich h√ľten in die Tasche seines N√§chsten zu greifen.‚Äú

    Letztendlich will man eine neue Generation von G√§sten, denn die Zweitwohnungseigent√ľmer sind unbeliebte G√§ste auf Zeit und mussten sich vielfach zwangsl√§ufig mit dieser Rolle und dem unredlichen Vorgehen der Kommunen gegen sie abfinden. Es ist an der Zeit sich gegen diese Behandlung zu wehren.

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