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Ein Jahr Bafin-Beschwerderegister

cc by flickr/ IRS EIN

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Seit genau einem Jahr gibt es nun bereits das sogenannte Mitarbeiter- und Beschwerderegister der Finanzaufsicht Bafin. Dieses soll Kunden vor Falschberatungen sch√ľtzen und es m√∂glich machen, dass sich Kunden beschweren k√∂nnen, wenn sie sich √ľbers Ohr gehauen f√ľhlen. Nach einem Jahr ziehen nun zahlreiche Experten Bilanz und diese f√§llt leider nicht immer positiv aus.

Kritik kommt ausnahmsweise von Verbrauchersch√ľtzern und Banken. Die Gewerkschaft Verdi will sogar rechtliche Schritte einleiten. Zu den Pflichten der Geldinstitute geh√∂rt es nachzuweisen, dass f√ľr die Anlageberatung und den Vertrieb von Finanzprodukten nur qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden. Zudem wird ein Register mit Kundenbeschwerden angelegt, denen bei einer H√§ufung direkt nachgegangen wird. Im schlimmsten Fall drohen dem entsprechenden Berater Sanktionen bis hin zum Berufsverbot.

In der Theorie sind dies wichtige Schritte, doch f√ľr viele Experten leidet das Bafin-Beschwerderegister noch an Geburtsfehlern und m√ľsste dringend √ľberarbeitet werden. So m√ľssten die Geldinstitute selbst die Beschwerden an das Register weiterleiten, was nat√ľrlich viel zu wenig geschehe. Zudem sei damit nicht das eigentliche Problem, n√§mlich die in vielen Augen fatale Kombination aus Verkaufs- und Beratungsgespr√§ch nicht behoben.

Die Banken selbst kritisieren, dass alle Beschwerden im Register gespeichert werden w√ľrden, egal ob sie berechtigt waren oder nicht. Dies bringe die Berater in eine schwierige Lage. Die Gewerkschaft Verdi hat genau aus diesem Grund Klage beim Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht, da es sich in ihren Augen dabei um eine verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung handle. Wer sich aus dem Register l√∂schen lassen wolle, erhalte von der Bafin eine Absage. Es muss sich also offenbar noch einiges tun.

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