Selbstständige und Freiberufler immer noch skeptisch bei Rürup-Rente
Nach einer aktuellen Umfrage des Hamburger Versicherers Condor fühlt die Mehrheit der Selbstständigen und Freiberufler sich in Sachen Rürup-Rente schlecht informiert. Und das in vielen Fällen zurecht, denn erstens wird das Thema Rürup-Rente häufig vernachlässigt und zweitens, steigt man dann endlich einigermaßen hinter das Modell, wird einem bewusst, dass es auch nicht gerade das Gelbe vom Ei ist.
Vier Jahre nach der Einführung der Rürup-Rente eine bittere Erkenntnis. Fast die Hälfte aller Befragten konnte nicht einmal sagen, ob für sie die Rürup- oder die Riester-Rente das bessere Modell ist. Okay, bei der Auswahl fällt das auch schwer…
Werden momentan die Leute bei der Riester-Rente schon geprellt, da nach Expertentests herauskam, dass bei vielen Angeboten die Gebühren an die Bank höher als die Auszahlungen sind, die man am Ende bekommt, so ist die Rürup-Rente noch komplizierter und teils mit noch mehr Nachteilen verbunden.
Selbstständige und Freiberufler, denen gar nichts anderes übrig bleibt als ihre Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen, können zwar in der Sparphase 68% der eingezahlten Beiträge als Sonderabgaben von der Steuer absetzen, jedoch müssen alle, die nach dem Jahr 2040 in Rente gehen 100% der Rente versteuern. Unterm Strich bleibt dann nicht mehr so viel. Um an die Auszahlungen zu kommen muss man auch mindestens 60 sein, d.h. alle unter 30 haben bei der Rürup-Rente erhebliche Nachteile.
Zusätzlich hat man bei Renteneintritt keine Garantie, dass alle Einzahlungen sicher sind, da die Beiträge entweder in Zinspapiere oder häufiger jedoch in fondsgebundene Versicherungen fließen.
Als Selbstständiger oder Freiberufler bleiben einem dann nicht mehr viele Alternativen um für das Alter vorzusorgen… Trotzdem sollte sich jeder einmal genauestens über die Rürup-Rente und weitere Möglichkeiten informieren und das am besten so früh wie möglich! Eigeninitiative und vor allem Vorsicht sind hier gefragt, denn von offiziellen Stellen kann man nichts erwarten.


