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Archiv für die Kategorie ‘Anlegerschutz’

Lehman-Gesch├Ądigte: Klage gegen S&P m├Âglich

18. Januar 2013
cc by flickr/ Images_of_Money

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Nach wie vor gelten f├╝r viele Experten die Ratingagenturen als treibende Kraft in der Finanzkrise. Diese weisen jedoch auf der anderen Seite alle Schuld von sich und waren hierzulande bisher unangreifbar. Nun gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer f├╝r betroffene Anleger, denn der Bundesgerichtshof entschied, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) von Lehman-Opfern grunds├Ątzlich verklagt werden kann.

In dem konkreten Fall ging es um einen Rentner, der Lehman-Zertifikate erworben und sich dabei auf die bis zum Schluss positiven Bewertungen von S&P verlassen hatte. Bekannterma├čen waren diese Papiere sp├Ąter wertlos und zahlreiche Anleger verloren ihr Geld. Der Kl├Ąger forderte aufgrund der bis zuletzt positiven Bewertungen von S&P Schadenersatz in H├Âhe von 30.000 Euro.

Der BGH legte nun jedoch erst generell fest, dass S&P von deutschen Staatsb├╝rgern ├╝berhaupt verklagt werden kann. ├ťber den Schadenersatz muss noch entschieden werden. Auf der einen Seite macht dies den Weg frei f├╝r zahlreiche Schadenersatzklagen gegen Ratingagenturen, auf der anderen Seite sagt der Beschluss nichts ├╝ber die Erfolgschancen aus und wie die Lage f├╝r viele Gesch├Ądigte konkret aussieht. S&P weist jegliche Schuld weiter von sich und beharrt darauf nur Meinungen zu verbreiten, nach denen man sich richten k├Ânne oder nicht.

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Stiftung Warentest: Beipackzettel bei Investmentfonds mit falschem Risiko

27. September 2011
50-Euro-Scheine cc by flickr/Public Domain Photos

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Seit Juli dieses Jahres m├╝ssen die Verbraucher zu jedem Finanzprodukt einen Beipackzettel erhalten. Dieser soll die wichtigsten Fakten rund um das Produkt klar und verst├Ąndlich zusammenfassen und dabei auch ├╝ber das Risiko aufkl├Ąren. Die Stiftung Warentest hat sich diese Produktinformationsbl├Ątter einmal genauer angesehen. Dabei zeigte sich, dass die meisten durchaus ├╝bersichtlich und verst├Ąndlich sind, jedoch fanden sie in einem Bereich auch eine deutliche Schw├Ąche.

Sind die anderen Beipackzettel in der Regel in Ordnung, trifft dies nicht auf solche f├╝r Investmentfonds mit W├Ąhrungsrisiko zu. Hier w├╝rde das Risiko nicht richtig betitelt werden. So bewerten die meisten Anbieter solche Fonds mit der niedrigsten Risikostufe, was jedoch laut Stiftung Warentest nicht der Realit├Ąt entspricht.

Als Beispiel nennen die Tester den Geldmarktfonds UniMoneyMarket:USD der Fondsgesellschaft Union Investment. Dieser legt in US-Dollar an und wird mit der niedrigsten der insgesamt sieben m├Âglichen Risikostufen bewertet. Wenn man in Dollar rechnet, mag diese Einsch├Ątzung auch nicht falsch sein, jedoch wird auf dem Beipackzettel nicht erw├Ąhnt, dass Anleger, die in Euro investieren, das volle Wechselrisiko tragen. Die Stiftung Warentest w├╝rde daher eher eine Einstufung in Risikoklasse f├╝nf vorschlagen und fordert generell eine ├ťberarbeitung der Beipackzettel f├╝r Investmentfonds mit W├Ąhrungsrisiko.

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Falsche Rendite-Rechnung: Anlagevermittler m├╝ssen Schadenersatz zahlen

16. M├Ąrz 2011
cc by flickr/ Gunnar Wrobel

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So manch ein Deutscher hat in den letzten Jahren mit Verlusten bei Wertpapieren k├Ąmpfen m├╝ssen. Grund daf├╝r ist nicht nur alleine die Finanzkrise, sondern ma├čgeblich auch falsche Beratung und/oder falsche Rendite-Rechnungen. Der Bundesgerichtshof hat nun in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Anlagevermittler ihren Kunden Schadenersatz leisten m├╝ssen, wenn sie ihnen Wertpapiere mit einer falschen Rendite-Berechnung verkaufen.

Dies ist auch dann der Fall, wenn der Berechnungsfehler beim Anbieter liegt. Dies m├╝sste der Vermittler sehen und den Kunden darauf hinweisen. In dem konkreten Fall ging es um ein Ehepaar, das 1997 sich mit 75.000 DM an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligte, was durch einen Bankkredit finanziert wurde. Der Vermittler hatte ihnen im Vorfeld die m├Âgliche Rendite anhand einer Modellrechnung des Fondsanbieters erkl├Ąrt. Dabei hie├č es, dass bei verschiedenen Szenarien der Wert der Geldanlage ab dem dritten Jahr stetig zwischen drei und vier Prozent wachsen w├╝rde.

Jedoch wurde verschwiegen, dass dieser Wert nach Abzug von Geb├╝hren, Provision und sonstigen Nebenkosten um rund 20 Prozent geringer ausfiel. Selbst bei einer Wertsteigerung von nur drei Prozent h├Ątte das Paar niemals die versprochene Summe nach zehn Jahren erreicht.

Die Richter des Bundesgerichtshof sahen den Fehler ganz klar beim Vermittler, der solche falschen Rechnungen merken und f├╝r die Kunden korrigieren m├╝sse. Dies erfolgte nicht, also sei er zu Schadenersatz verpflichtet. Kunden, denen so etwas widerfahren ist, sollten also pr├╝fen, ob sie ihr Recht noch einfordern k├Ânnen.

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Neues Anlegerschutz-Gesetz verabschiedet

14. Februar 2011
cc by piqs/ Knipsermann

cc by piqs/ Knipsermann

Am Freitag hat der Bundestag ein neues Gesetz zum besseren Schutz von Bankkunden verabschiedet. Damit wollen Union und FDP die Verbraucher besser vor Falschberatung sch├╝tzen und ihre Anlagen sicherer machen. Der Opposition geht dies jedoch nicht weit genug, so dass sich die Linke enthielt und SPD und Gr├╝ne das Gesetz ablehnten.

Die neuen Regelungen sehen unter anderem vor, dass Bankberater in einer zentralen Datei der Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, gespeichert werden. Beraten sie nun falsch, soll ihnen ein Beraterverbot von bis zu zwei Jahren drohen. Vor dem Kauf von Finanzprodukten sollen Kunden zudem ein Informationsblatt mit den wichtigsten Eckpunkten bekommen. Auf mehr Sicherheit f├╝r Privatanleger hofft man durch das Gesetz auch bei offenen Immobilienfonds.

Die Opposition kritisierte dabei vor allem, dass von den urspr├╝nglichen Vorhaben am Ende nur noch sehr wenig ├╝brig geblieben war. Der riskante Graue Kapitalmarkt werde vollkommen ausgeblendet. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner k├╝ndigte in diesem Zusammenhang ein eigenes Gesetz an. Mal sehen, wie viel Sicherheit das neue Anlegerschutz-Gesetz wirklich bringt und am Ende nicht nur ein Tropfen auf dem hei├čen Stein bleibt. Dass die Banken selbst sich mit dem Gesetz nicht zufrieden zeigen, muss wohl nicht extra erw├Ąhnt werden. ­čśë

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Ermittlungen gegen Thomas Middelhoff werden ausgeweitet

14. April 2010

So wie es aussieht zieht sich die Schlinge um den Hals des ehemaligen Arcandor-Chefs Thoams Middelhoff immer enger. Seit Mitte letzten Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Untreue. Nun werden die Ermittlungen laut des Nachrichtenmagazins ÔÇ×Der SpiegelÔÇť auch auf andere Bereiche ausgeweitet.

Vor allem f├╝r die Reisekosten von Middelhoff interessiert sich die Staatsanwaltschaft, wobei auch der restliche damalige Vorstand von Arcandor durch seinen hohen Spesen-Aufwand auffiel. Nur im Jahr 2006 soll Middelhoff f├╝r ├╝ber 800.000 Euro auf Firmenkosten geflogen sein. Ja, selbst f├╝r eine Strecke von 86 km stieg er in seinen Privatjet.

Zudem teilte der ÔÇ×SpiegelÔÇť mit, dass auch ein mit rund 1,5 Millionen Pfund dotierter Vertrag ins Visier der Ermittler geraten sei. Diesen hatte Arcandor Ende Januar 2008 mit der renommierten Universit├Ąt Oxford abgeschlossen. Noch kurz vor der Insolvent seien an Arcandor 715.000 Pfund ├╝berwiesen worden, was Middelhoff noch an seinen vorletzten Arbeitstag abgesegnet hatte.

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