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Archiv für die Kategorie ‘Finanzen’

Nachzahlung von Arbeitslosenhilfe darf nicht angerechnet werden

15. April 2009

Bekommt ein Hilfebed├╝rftiger Arbeitslosenhilfe nachgezahlt, so darf diese nicht als Einkom-men oder Verm├Âgen auf einen Anspruch auf Hartz IV angerechnet werden. Laut ARAG stellt die Nachzahlung ein zweckbestimmte Einnahme dar, die den rechtm├Ą├čigen Zustand wie-derherstellen soll (SG D├╝sseldorf S 35 AS 12/07).

Finanzen ,

Vorlage von Kontoausz├╝gen rechtm├Ą├čig

15. April 2009

Vor Bewilligung von Sozialhilfe darf von dem Sozialhilfetr├Ąger die Vorlage von Kontoausz├╝-gen der letzten drei Monate verlangt werden. Laut ARAG stellt die Auskunft ├╝ber den Be-stand von Konten und die Kontobewegungen keine unzumutbare und unangemessene An-forderung dar (SG Gelsenkirchen S 33 SO 2/09).

Finanzen

Geldanlage mit T├ťV Zeichen?

1. April 2009

Franz M├╝ntefering fordert als SPD Vorsitzender in diesen Tagen ein T├ťV Zeichen f├╝r Geldanlagen. So macht es den Anschein, als habe man von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise gelernt. Im Rahmen seines Besuches der Hamburger Verbraucherzentrale unterstrich M├╝ntefering nochmals die Forderungen nach einem T├ťV Zeichen f├╝r Geldanlagen. Im Rahmen seiner Erkl├Ąrung verglich er die zahlreichen Geldanlagen mit den verschiedensten Lebensmitteln. Ebenso wie diese mit einem Haltbarkeitsdatum versehen sind, m├╝sste auch f├╝r die nationalen und internationalen Geldanlagen eine entsprechende L├Âsung gefunden werden, die den Deutschen einen besseren Schutz bietet. M├╝ntefering w├╝nscht sich eine Risikoabsicherung der Geldanlagen durch die Vorlage verschiedener Urkunden. Entscheidet sich der Kunde schlie├člich f├╝r Geldanlagen mit einem niedrigen Risiko muss der Verk├Ąufer bei Verlusten auch f├╝r diese haften, so M├╝ntefering gegen├╝ber den Medien. Zudem verst├Ąrken sich die Vorw├╝rfe von M├╝ntefering hinsichtlich der Betreuung der Kunden von den zahlreichen Finanzunternehmen. So haben diese die Unwissenheit der Kunden ausgenutzt und ihnen risikoreiche Geldanlage als Topl├Âsung verkauft. Momentan ist es noch ungewiss, ob es zu einem T├ťV Zeichen f├╝r die Geldanlagen kommen wird.

Finanzen ,

Forderung nach Good Banking Governance aufgestellt

25. M├Ąrz 2009

Initiative Bankenkodex entwickelt nachhaltige Kommunikationsma├čnahmen f├╝r Finanzinstitute und pl├Ądiert f├╝r selbst verpflichtende Handlungsrichtlinien.
Die Finanzkrise hat viele Finanzinstitute mit bisher unbekannten Kommunikationsherausforderungen konfrontiert. Auf diese Entwicklung hat ein Gremium kompetenter Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Marketing und Kommunikation aus dem Rhein-Main-Gebiet weitsichtig reagiert und die „Initiative Bankenkodex“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch Handlungsempfehlungen und zielgerichtete Kommunikationsma├čnahmen verlorenes Vertrauen zwischen Finanzinstituten und ihren Kunden, Partnern und Wettbewerbern wieder herzustellen.

Das Team um Dr. Helmut Ziegler, Sven Eichenlaub, Rosa Erdmann und Dr. Olaf Behrend will Finanzinstitute und -dienstleister mit zielorientierten Konzepten und einem ma├čgeschneiderten Mix aus Media-, Marketing- und Kommunikationsma├čnahmen unterst├╝tzen, um sie tatkr├Ąftig auf dem Weg zur Wiedererlangung von Reputation und Vertrauen zu begleiten. Dr. Olaf Behrend, Experte f├╝r Beteiligungsformate an der Universit├Ąt Bielefeld, hat die aktuelle Ausgangslage analysiert: „Wir stecken in einer Krise, die wirtschaftlicher und moralischer Natur ist“, so Behrend. „Die Banken haben schon untereinander kein Vertrauen mehr. Wie soll dann erst das Verh├Ąltnis zwischen ihnen und ihren Kunden funktionieren? Vertrauen ist eine moralische Kategorie, die dringend wieder herzustellen ist.“

Als effizienten Weg in die richtige Richtung hat die Initiative Bankenkodex unter dem Motto „Good Banking Governance“ unter anderem selbst verpflichtende Handlungsrichtlinien f├╝r Banken entwickelt. „Wir wollen Banken wieder zu einer Form von Transparenz bewegen, die in s├Ąmtlichen Gesch├Ąftsbeziehungen Vertrauen schafft. Die Zeit der leeren Worth├╝lsen ist endg├╝ltig vorbei. Erforderlich sind beziehungsf├Ârdernde Ma├čnahmen der Live-Kommunikation von brancheninternen Kommunikationsplattformen ├╝ber Unternehmerforen bis hin zu Thementagen f├╝r Kunden“, wei├č der Kommunikationsspezialist Sven Eichenlaub und fordert eine R├╝ckkehr zum substantiellen Handeln.

Finanzen

Haben die Deutschen keine Lust mehr auf Krise?

22. M├Ąrz 2009

In der Financial Times Deutschland macht sich der Redakteur Thomas Fricke Gedanken ├╝ber die Krisenverweigerung der Deutschen. Nach Monaten t├Ąglich neuer Schicksalsschl├Ąge f├╝r die Wirtschaft w├╝rden sich neuerdings die guten Nachrichten h├Ąufen. ÔÇ×Aber ist wirklich eine Besserung in SichtÔÇŁ, fragt besorgt der FTD-Autor. ÔÇ×Oder l├Ąsst in Deutschland nur die mentale Bereitschaft nach, Horrormeldungen entgegenzunehmen?ÔÇŁ Von einer nachlassenden Bereitschaft kann keine Rede sein: Die Deutschen haben von Anfang an relativ stoisch auf Horrormeldungen reagiert, die in der FTD und anderswo t├Ąglich geboten werden. Die medialen Krisenticker-Orgien gehen an den Erfahrungswelten der Menschen vorbei, wie man aus Allensbach-Umfragen ableiten kann.
Inmitten der d├╝steren Szenarien bleibt die Verbraucherstimmung resistent, die Bev├Âlkerung gelassen, reagiert teilweise sogar unwillig auf die Dauerkonfrontation mit Kassandrarufen und Untergangsszenarien. Die, die sich t├Ąglich mit dem Krisenmanagement besch├Ąftigen, haben vermitteln den Eindruck, die Bev├Âlkerung begreife das Ausma├č der Krise nicht oder verweigere sich der Realit├Ąt. So k├Ânnte man den FTD-Bericht interpretieren. Ist dem wirklich so?

ÔÇ×Die Gelassenheit der gro├čen Mehrheit geht auf die Kluft zwischen der Nachrichtenlage ├╝ber die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und den eigenen Erfahrungen zur├╝ck. Nach wie vor k├Ânnen die meisten Erwerbst├Ątigen in ihrem Unternehmen keine Anzeichen der Krise erkennen. 31 Prozent sehen in ihrem Unternehmen Auswirkungen; dieser Anteil hat sich in den letzten zwei Monaten nicht ver├Ąndert. Eine Analyse nach Branchen zeigt, wie unterschiedlich einzelne Wirtschaftszweige betroffen sind. W├Ąhrend sich die Automobilindustrie und ihre Zulieferer im Auge des Taifuns befinden und auch der Maschinenbau mittlerweile stark betroffen ist, erleben die Besch├Ąftigten der Bauwirtschaft, im Handel oder des Gesundheitswesens die Krise ├╝berwiegend ├╝ber die MedienÔÇť, schreibt Allensbach-Chefin Renate K├Âcher in der Wirtschaftswoche www.wiwo.de/politik/allensbach-chefin-mehrheit-der-buerge….

Das ist die eigentliche Sensation, wo wir doch sonst ein Volk der Angsthasen und eine leichte Beute f├╝r Panikmacher sind. Wir sind nicht Papst geworden, sondern Merkel, die sich wohltuend von den aufgeregten und gackernden Meinungsmachern abhebt. Das hat nichts mit Ignoranz, sondern mit Lebenskunst zu tun und ist der Schl├╝ssel, um aus einer Krise wieder herauszukommen. Harvey Nash-Chef Udo Nadolski hat das in einem Blog-Beitrag www.harveynash.com/blogs/udo_nadolski/ mit Verweis auf die empirischen Erkenntnisse des Informatik-Professors Karl Steinbuch richtig erkannt:
ÔÇ×Die wirtschaftliche Dynamik ist nicht nur abh├Ąngig von ├Ąu├čeren Faktoren wie Steuerlast oder Arbeitsgesetzen, sondern in hohem Ma├č auch von Psychologie. F├╝r die Konjunkturentwicklung ist es relevant, wie es zu gleichgerichteten Verhaltensweisen der Bev├Âlkerung bei jenen Faktoren kommt, die Expansion und Rezession beeinflussen; denn erst der Gleichschritt erzeugt die Durchschlagskraft, verst├Ąrkt die Wirkung so sehr, dass der Konjunkturverlauf einen schicksalhaften Rang erh├Ąlt. Als Ursache ist ein sozialpsychologischer Faktor herausgearbeitet worden ÔÇô Ansteckung. Sie wird ausgel├Âst durch ├╝bereinstimmende Motive der Wirtschaftsakteure, gemeinsame, unter bestimmten Umst├Ąnden erweckte Vorstellungen, Nachahmung, ├ťbertragung von Gef├╝hlen und ├╝berspringende StimmungÔÇŁ. Und nun verhalten wir uns anders und hier liegt die Basis f├╝r den Konjunkturaufschwung. Werden wir wie Merkel, der noch ein wenig Obama fehlt, oder Seneca: ÔÇ×Das meiste Ungl├╝ck gebiert die falsche Meinung, dass Ungl├╝ck sein m├╝sseÔÇŽW├╝rde sich jeder erziehen, nur vom Gutem, Begl├╝ckendem zu sprechen – alle w├╝rden gl├╝cklicher werden! Denn wir ziehen herbei, was wir vorwiegend denken und aussprechen. Durch das richtige Denken k├Ânnen wir Leid und Missgeschicke so gut von uns fernhalten wie Miss-Stimmung und Krankheit.ÔÇŁ Auf unvorhergesehene Streiche m├╝sse man gefasst sein und unersch├╝tterlich fest stehen.

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