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Artikel Tagged ‘Bankencrash’

EU will Girokonten besser schützen

24. Juni 2009

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise war es höchste Eisenbahn, dass endlich die Verbraucher mehr Sicherheiten für ihre Konten bekommen. Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung hat nun das Europäische Parlament gemacht und will ab 1. Juli die Einlagen auf Girokonten stärker absichern.

Ab Juli 2009 werden nun erst einmal die Grenzen für die Einlagensicherungen steigen: von bisher 20.000 Euro auf 50.000 Euro. Auch der bisher geltende Selbstbehalt von 10% wird abgeschafft. Zudem wird bei einer nahenden Insolvenz die Wartezeit von 3 Monaten auf 30 Tage verkürzt.

Bisher bekamen Anleger also im Falle eines Verlustes 90% des Ersparten, maximal aber 20.000 Euro, wieder rückerstattet. Nun haben Bankkunden also einen Anspruch auf ihr volles Kapital bis zu einer Summe von 50.000 Euro. Bis zum 31.12.2010 soll die Grenze sogar auf 100.000 Euro erhöht werden.

Diese Maßnahme soll vor allem Privatanlegern und kleinen und mittleren Unternehmen wieder mehr Sicherheiten geben und wohl auch das Vertrauen den Banken gegenüber fördern. Alles in allem ist diese Maßnahme der EU nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein, denn wie sich es dann umgesetzt wird, ist eine ganze andere Frage…

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Heike Faller: “Wie ich einmal versuchte, reich zu werden”

23. Juni 2009
"Wie ich einmal versuchte, reich zu werden" von Heike Faller © Dva

"Wie ich einmal versuchte, reich zu werden" von Heike Faller © Dva

Die vielfach preisgekrönte Journalistin Heike Faller spricht offen das aus, was wohl viele von uns heimlich träumen: Reich werden und zwar so schnell und einfach wie möglich.

Sie lässt sich also auf ein Experiment ein: 10.000 Euro in einem Jahr verdoppeln. Und so stürzt sich die absolute Börsenamateurin in das Abenteuer Investment. Als absoluter Laie vergräbt sie sich immer tiefer in die Mechanismen der Finanzmärkte.

Sie macht ein Jahr lang Pause von ihrem Job und widmet sich ganz dem Spekulieren und Handeln. Und schnell fährt sie aus Zufall und Glück ihre ersten Gewinne ein, dann verspekuliert sie sich wieder. Und als sie gerade auf dem absteigenden Ast zu sein scheint, kommt auch noch das: die größte Wirtschaftskrise seit 100 Jahren.

Nun begibt sich Faller in die Zentren der Macht, nach London, New York. Sie möchte wissen, wie es dazu kommen konnte. Bereitwillig erzählen ihr viele Insider von ihren Geschäften und Faller erkennt: Auch an fallenden Kursen kann man verdienen.

Am Ende setzt sie zu ihrem größten Abenteuer an: Investieren in Krisenregionen. Sie wirft alle ihre Skrupel über den Haufen und investiert im Irak in zerbombte Hotels. Und tatsächlich: Sie kann ihre Verluste wieder ausgleichen.

Was bleibt also von dem Experiment übrig? Ihr Geld hat sie nicht verdoppelt (1,5% Gewinn insgesamt), auch reich ist sie nicht geworden. Ihr Buch “Wie ich einmal versuchte, reich zu werden” ist wohl das beste Ergebnis. Ein mal komischer, mal nachdenklicher Bericht über die Welt der Finanzen und wie vor allem Laien sich darin zu bewegen versuchen.

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Hypo Real Estate – Mit Schwung ins Verderben

22. Juni 2009

Langsam kommt die Wahrheit ans Licht. Spätestens mit dem Erwerb der DEPFA war das Schicksal der Hypo Real Estate (HRE) nicht nur besiegelt: Die Verantwortlichen, insbesondere der Vorstandsvorsitzende Georg Funke, wussten dies auch. Das war am 2. Oktober 2007. Und spätestens im Frühjahr des Jahres 2008 war es auch der BaFin klar. Das hielt Georg Funke allerdings nicht davon ab, noch in der Hauptversammlung vom 27. Mai 2008 nicht nur eine – wenn auch gekürzte – Dividende vorzuschlagen, sondern die prekäre Situation der Bank mit keinem Wort zu erwähnen.

Dabei war die Bank schon im Januar 2008 durch die BaFin verpflichtet worden, der Behörde und im Bundestag über ihre Liquiditätslage zu berichten. Im Februar wurde die Bundesbank mit der Prüfung des Geldhauses beauftragt. Am 18. Februar 2008 begann eine Sonderprüfung. Dabei wurden erhebliche Defizite festgestellt. Die Prüfer mussten häufig mehrfach rückfragen, personelle Engpässe taten sich auf. Um später festzustellen: Die Banker waren demnach nicht in der Lage, alle wesentlichen Risiken am Markt zu erkennen. Der tägliche Liquiditätsreport hätte “nicht alle relevanten Zu- und Abflüsse” umfasst. Und die Tochter DEPFA ermittelte gar den Marktwert des größten Teils der Wertpapiere und Schuldscheindarlehen nur quartalsweise. Die HRE war zwischenzeitlich zur täglichen Mitteilung ihrer Liquiditätslage an die Bankenaufsicht verpflichtet worden.

All das hätte wohl auch einem verantwortlichen Management die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Für Georg Funke und seine Kollegen vom Vorstand der HRE war dies noch nicht einmal Anlass zu einer Erwähnung in der Hauptversammlung. Man kann so etwas auch bewusste Täuschung der Aktionäre und Anleger nennen. Zwischenzeitlich hat sich der ehemalige Risiko-Kontroller Stéphane Wolter einem Interview der SPIEGEL ONLINE gestellt. Wörtliches Zitat:

“Mit dem Kauf der DEPFA war das Umfallen der HRE programmiert. Die Welle an kurzfristigen Verbindlichkeiten war schon beim Erwerb der irischen Tochter so stark, dass man nur noch beten konnte: Hoffentlich trocknet der Geldmarkt für die DEPFA nicht aus!”

Weiter führt er aus, dass die Übernahme des irischen Finanzjongleurs hauptsächlich deshalb erfolgte, um eine drohende Übernahme der HRE zu verhindern. Ein stringendes Agieren zum Wohle der Aktionäre sieht anders aus. Offensichtlich ist, dass die Verpflichtung zur ad hoc-Publizität massiv verletzt wurde. “Anleger, die ihre Papiere nach dem 2. Oktober 2007 erworben haben, dürften schon allein vor diesem Hintergrund sehr gute Chancen haben, Schadenersatzansprüche gegen das Bankhaus durchzusetzen” rät Rechtsanwalt Lachmair aus München.

Dies dürfte für viele auch die einzige Möglichkeit sein, noch etwas von Ihrem Einssatz zu sehen. In der turbulenten Hauptversammlung vom 2. Juni diesen Jahres hat sich der Finanzmarktstabilisierungfonds Soffin eine 90 % – Mehrheit gesichert. Das Ziel ist klar: Die verbleibenden Aktionäre sollen aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die dabei zu zahlende Barabfindung dürfte in der Größenordnung des Übernahmeangebots von € 1,39 pro Aktie liegen. Und der Aktienkurs der Bank ist dauerhaft im Keller: Von etwa € 40,– im Herbst 2007 sind gerade einmal etwa 3,8% übrig.

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West LB droht angeblich Schließung

26. Mai 2009

Der angeschlagenen WestLB droht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” bei ungünstigem Verlauf noch in diesem Jahr die Schließung. Das ergäben Simulationsrechnungen, die dem Aufsichtsrat vorlägen, schreibt das Nachrichtenmagazin. Nach den Berechnungen müsste die Bank mit aktuell rund 5500 Mitarbeitern im Herbst schließen, falls sie erneut von Rating-Agenturen abgewertet würde und die Eigentümer sich nicht auf eine zusätzliche Risikoabschirmung einigen könnten. Denn dann falle die Kernkapitalquote unter die aufsichtsrechtliche Grenze von vier Prozent. Sie liegt laut “Spiegel” derzeit bei 5,9 Prozent.

Eine Banksprecher nannte den Bericht “absurd”. “Ein Szenario mit dem Verlust der Banklizenz entbehrt jeder Grundlage.” Simulationsrechnungen stelle jede Bank im In- und Ausland an. Dabei würden oft extreme Annahmen getroffen. Die WestLB stehe bei solchen Stresstests aber im Vergleich zu anderen Banken relativ gut da, weil sie ihre “toxischen” Papiere im Volumen von 23 Mrd. Euro bereits Anfang 2008 ausgegliedert habe. Die Bank will weitere, werthaltige Papiere im Umfang von rund 87 Mrd. Euro ausgliedern und benötigt dafür Garantien von bis zu fünf Mrd. Euro, zu denen sich die Sparkassen als Miteigentümer bisher nicht bereiterklärt haben.

Anfang Mai war die WestLB – wie andere Landesbanken – von der Rating-Agentur Standard & Poor – abgewertet worden. Das Rating ist von zentraler Bedeutung für die Refinanzierungskosten der Bank. WestLB-Chef Heinz Hilgert war vergangenen Montag überraschend zurückgetreten und hatte das mit mangelnder Unterstützung durch die Sparkassen begründet. Inzwischen gebe es aber großen Optimismus, dass bis Ende Juni eine Einigung über das neue Garantiepaket zustande kommen werde, hieß es aus der Bank.

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Größte Bank Floridas ist pleite

26. Mai 2009

Die Welle von Regionalbank-Pleiten in den USA hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Zusammenbruch der Bank United FSB in Florida mit einer Bilanzsumme von rund 12,8 Milliarden Dollar ist der bisher größte Fall im Jahr 2009 – und das bereits 34. Opfer seit Jahresbeginn.

Das Spar- und Kreditinstitut sei großteils an Finanzinvestoren und ein Management-Team verkauft worden, gab die staatliche Einlagensicherung FDIC am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington bekannt.

Die 86 Filialen der größten unabhängigen Bank in Florida sollen bereits an diesem Freitag wieder öffnen. Die Bank hat Kundengelder von rund 8,6 Milliarden Dollar in den Büchern.

Größte Pleite einer Geschäftsbank in der US-Geschichte war 2008 der Fall der einst führenden US-Sparkasse Washington Mutual. Sie hatte eine Bilanzsumme von mehr als 300 Milliarden Dollar. Insgesamt fielen der Krise im vergangenen Jahr 25 Geschäftsbanken zum Opfer.

5 Milliarden Dollar Schaden – zweitteuerster Fall nach IndyMac

Auf die Einlagensicherung kommen den Angaben zufolge bei der Bank United Kosten von 4,9 Milliarden Dollar zu. Damit wird die Pleite für die FDIC zum zweitteuersten Fall in der aktuellen Finanzkrise nach der im Juli vergangenen Jahres spektakulär zusammengebrochenen US-Hypothekenbank IndyMac, die rund neun Milliarden Dollar kostete.

Die FDIC rechnet mit weiteren Bankpleiten durch die Krise. In den allermeisten Fällen konnte sie bisher neue Käufer finden. Die Kundengelder waren im Rahmen der gesetzlichen Regelungen abgesichert.

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