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Artikel Tagged ‘Bankencrash’

Auslagerung der WestLB in Bad Bank perfekt

4. Mai 2010

Bereits im letzten Jahr wurde beschlossen, wie sich die WestLB mit Bundeshilfe von riskanten Papieren und „störenden“ Bilanzen befreien kann. Ein Rettungspaket wurde geschnĂŒrt und schon beim Jahreswechsel ein „kleines“ Paket in Höhe von 6,2 Milliarden Euro in die erste Bad Bank Deutschlands ausgelagert.

Nun folgt das Hauptpaket in Höhe von rund 70 Milliarden Euro. Die Übertragung der Papiere sei nun in das Handelsregister eingetragen und ist damit perfekt. In diesem Hauptpaket befinden sich unter anderem strukturierte Wertpapiere, Anleihen und Kredite.

Auch ein Großteil der griechischen Staatsanleihen in Höhe von circa 1 Milliarde Euro wird ausgelagert. Dies wurde, wie gesagt, bereits im letzten Jahr beschlossen und ist daher keine Folge der jĂŒngsten Ereignisse…

Der Bund ist im Zuge der Auslagerungen mit einer stillen Einlage von 3 Milliarden Euro eingesteigen. 2011 muss die WestLB mehrheitlich verkauft werden. Momentan bleibt sie weiterhin Kernbank und ist nach eigenen Angaben profitabel.

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„Fear the Boom and Bust“: Keynes rappt gegen Hayek

24. MĂ€rz 2010

Auf Youtube sorgt ein Video zu Wirtschaftstheorie, Finanzkrise und Co. gerade fĂŒr ganz schönes Aufsehen. Fast eine Million Aufrufe kann der Song verzeichnen, in dem der britische Wirtschafstwissenschaftler John Maynard Keynes und der marktradikale Friedrich August von Hayek fiktiv in einem Rap-Battle gegeneinander antreten.

Dabei haben sie etliche Themen der Finanztheorie aufgegriffen und sie dementsprechend verwurstet. Und das kommt bei der Internet-Gemeinde anscheinend gut an, so dass dort auch gleich eine riesige Diskussion entflammt ist.

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Lehman Brothers: Lamco heißt die neue Tochtergesellschaft zur Vermögensverwaltung

23. MĂ€rz 2010

FĂŒr wohl so manch ein Opfer der Lehman-Brothers-Pleite wird das aktuelle Insolvenzverfahren fĂŒr blanken Hohn halten. Seit Wochen wird hier nĂ€mlich einfach umgeschichtet was das Zeug hĂ€lt, so lange bis die Insolvenz eben durch ist, um das hier mal etwas salopp auszudrĂŒcken…

Die britische Bank Barclays erwarb nach der Insolvenz die GeschĂ€ftszweige Anleihen und Investmentbanking und der japanische Börsenmakler Nomura ĂŒbernahm die AsienaktivitĂ€ten.

Bisher standen u.a. noch die Bereiche Immobilien, Hypotheken und Beteiligungen aus. Wie die „New York Times“ in diesen Tagen aber berichtet, wurde nun auch hier eine Lösung gefunden: Die Lehman-Insolvenzverwalter prĂ€sentierten vor dem Konkursgericht in Manhattan einen Reorganisationsplan. Als Teil davon wird die Tochtergesellschaft Lamco gegrĂŒndet, die das Vermögen der eben genannten Bereiche verwalten soll. Am Ende wird diese dann einfach verkauft und die GlĂ€ubiger werden aus dem Erlös entschĂ€digt.

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EU will Girokonten besser schĂŒtzen

24. Juni 2009

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise war es höchste Eisenbahn, dass endlich die Verbraucher mehr Sicherheiten fĂŒr ihre Konten bekommen. Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung hat nun das EuropĂ€ische Parlament gemacht und will ab 1. Juli die Einlagen auf Girokonten stĂ€rker absichern.

Ab Juli 2009 werden nun erst einmal die Grenzen fĂŒr die Einlagensicherungen steigen: von bisher 20.000 Euro auf 50.000 Euro. Auch der bisher geltende Selbstbehalt von 10% wird abgeschafft. Zudem wird bei einer nahenden Insolvenz die Wartezeit von 3 Monaten auf 30 Tage verkĂŒrzt.

Bisher bekamen Anleger also im Falle eines Verlustes 90% des Ersparten, maximal aber 20.000 Euro, wieder rĂŒckerstattet. Nun haben Bankkunden also einen Anspruch auf ihr volles Kapital bis zu einer Summe von 50.000 Euro. Bis zum 31.12.2010 soll die Grenze sogar auf 100.000 Euro erhöht werden.

Diese Maßnahme soll vor allem Privatanlegern und kleinen und mittleren Unternehmen wieder mehr Sicherheiten geben und wohl auch das Vertrauen den Banken gegenĂŒber fördern. Alles in allem ist diese Maßnahme der EU nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein, denn wie sich es dann umgesetzt wird, ist eine ganze andere Frage…

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Heike Faller: „Wie ich einmal versuchte, reich zu werden“

23. Juni 2009
"Wie ich einmal versuchte, reich zu werden" von Heike Faller © Dva

"Wie ich einmal versuchte, reich zu werden" von Heike Faller © Dva

Die vielfach preisgekrönte Journalistin Heike Faller spricht offen das aus, was wohl viele von uns heimlich trÀumen: Reich werden und zwar so schnell und einfach wie möglich.

Sie lĂ€sst sich also auf ein Experiment ein: 10.000 Euro in einem Jahr verdoppeln. Und so stĂŒrzt sich die absolute Börsenamateurin in das Abenteuer Investment. Als absoluter Laie vergrĂ€bt sie sich immer tiefer in die Mechanismen der FinanzmĂ€rkte.

Sie macht ein Jahr lang Pause von ihrem Job und widmet sich ganz dem Spekulieren und Handeln. Und schnell fĂ€hrt sie aus Zufall und GlĂŒck ihre ersten Gewinne ein, dann verspekuliert sie sich wieder. Und als sie gerade auf dem absteigenden Ast zu sein scheint, kommt auch noch das: die grĂ¶ĂŸte Wirtschaftskrise seit 100 Jahren.

Nun begibt sich Faller in die Zentren der Macht, nach London, New York. Sie möchte wissen, wie es dazu kommen konnte. Bereitwillig erzÀhlen ihr viele Insider von ihren GeschÀften und Faller erkennt: Auch an fallenden Kursen kann man verdienen.

Am Ende setzt sie zu ihrem grĂ¶ĂŸten Abenteuer an: Investieren in Krisenregionen. Sie wirft alle ihre Skrupel ĂŒber den Haufen und investiert im Irak in zerbombte Hotels. Und tatsĂ€chlich: Sie kann ihre Verluste wieder ausgleichen.

Was bleibt also von dem Experiment ĂŒbrig? Ihr Geld hat sie nicht verdoppelt (1,5% Gewinn insgesamt), auch reich ist sie nicht geworden. Ihr Buch „Wie ich einmal versuchte, reich zu werden“ ist wohl das beste Ergebnis. Ein mal komischer, mal nachdenklicher Bericht ĂŒber die Welt der Finanzen und wie vor allem Laien sich darin zu bewegen versuchen.

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