Auf Youtube sorgt ein Video zu Wirtschaftstheorie, Finanzkrise und Co. gerade für ganz schönes Aufsehen. Fast eine Million Aufrufe kann der Song verzeichnen, in dem der britische Wirtschafstwissenschaftler John Maynard Keynes und der marktradikale Friedrich August von Hayek fiktiv in einem Rap-Battle gegeneinander antreten.
Dabei haben sie etliche Themen der Finanztheorie aufgegriffen und sie dementsprechend verwurstet. Und das kommt bei der Internet-Gemeinde anscheinend gut an, so dass dort auch gleich eine riesige Diskussion entflammt ist.
Für wohl so manch ein Opfer der Lehman-Brothers-Pleite wird das aktuelle Insolvenzverfahren für blanken Hohn halten. Seit Wochen wird hier nämlich einfach umgeschichtet was das Zeug hält, so lange bis die Insolvenz eben durch ist, um das hier mal etwas salopp auszudrücken…
Die britische Bank Barclays erwarb nach der Insolvenz die Geschäftszweige Anleihen und Investmentbanking und der japanische Börsenmakler Nomura übernahm die Asienaktivitäten.
Bisher standen u.a. noch die Bereiche Immobilien, Hypotheken und Beteiligungen aus. Wie die „New York Times“ in diesen Tagen aber berichtet, wurde nun auch hier eine Lösung gefunden: Die Lehman-Insolvenzverwalter präsentierten vor dem Konkursgericht in Manhattan einen Reorganisationsplan. Als Teil davon wird die Tochtergesellschaft Lamco gegründet, die das Vermögen der eben genannten Bereiche verwalten soll. Am Ende wird diese dann einfach verkauft und die Gläubiger werden aus dem Erlös entschädigt.
Das hatte sich die Regierung so schön ausgedacht. Sie geben uns Steuergeschenke durch das Konjunkturpaket und wir schmeißen das dann wieder in die Wirtschaft. Doch so wie es aussieht wurde bei dieser Rechnung nicht die Angst der Deutschen vor der Finanzkrise und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit berücksichtigt.
Und so geben nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von AWD 72% der Deutschen an, dass sie 2010 mehr sparen wollen. Die meisten, ganze 74% (2009 waren es noch 65%) wollen an Strom, Gas und Wasser sparen. Danach fallen gleich Restaurantbesuche, Urlaub und Telefonkosten dem Sparschwein zum Opfer, wie man auch an der Tabelle unten erkennen kann.
Deutlich ist dort auch zu sehen, dass sich das Einsparen aufgrund von gestiegenem Umweltbewusstsein, Klimawandel und Co. vor allem auf den Energieverbrauch verlagert hat. Erschreckend ist nach wie vor die wachsende Bereitschaft bei der Altersvorsorge Abstriche zu machen.
Die meisten Leute und vor allem die Kinder müssen sich nach einer aktuellen Gfk-Studie keine Sorgen um die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum machen. Die Weihnachtseinkäufe scheinen nicht von der Krise betroffen zu sein.
57% aller Befragten geben an in diesem Jahr genauso viel Geld für Geschenke und Co. auszugeben wie in den Jahren davor. 7% möchten sogar mehr Geld ausgeben. Wobei sich hier besonders die jungen Menschen zwischen 20 und 29 spendabler zeigen als sonst. Ganze 11% planen mehr Geld für Geschenke ein. Bei den über 70-Jährigen sind das nur 3,7%.
Am großzügigsten zeigen sich aber die Familien. Bei ihnen wollen 12% mehr für Geschenke ausgeben. Jedoch hängt es in den meisten Familien davon ab wie viele Kinder da sind. Grundsätzlich und logischerweise gilt: Je mehr Kinder, desto mehr wird gespart. Doch diese Tatsachen kann man wohl zu allen Zeiten anwenden, nicht nur, wenn Finanzkrise ist.
Bei aller Großzügigkeit darf man bei der Umfrage aber auch nicht unerwähnt lassen, dass insgesamt ein Viertel alle Befragten angab, aufgrund der Krise sparen zu müssen…
Und wenn das Geld dann doch nicht reicht, kann ein kleiner Privatkredit auch schon einmal zur Überbrückung helfen. Die individuellen Konditionen lassen sich ja recht einfach über Ratenkreditrechner ermitteln.
Heute wird mal wieder das Jahresgutachten der fünf Wirtschaftsweisen Kanzlerin Merkel überreicht. Daraus geht hervor, dass es mit der deutschen Wirtschaft 2010 wieder ein wenig bergauf gehen könnte. Das Bruttoinlandsprodukt solle um 1,6% steigen.
Klingt ja alles schön und gut, nur warnen die “Weisen” auch, nicht zu früh in Optimismus zu verfallen, denn allein bis zum Ende diesen Jahres wird das Bruttoinlandsprodukt um voraussichtlich 5% sinken (weit über der EU-Defizitsgrenze!). Es wird also alles in allem nur der Abwärtstrend ein wenig gebremst werden.
Dem Normalbürger stehen im nächsten Jahr die großen Einschnitte wohl noch bevor…
Gleichzeitig warnen die Experten auch vor den geplanten Steuersenkungen der neuen Regierung. Schon ohne diese muss der Bund jedes Jahr sechs Milliarden Euro einsparen um die Vorgaben der neuen Schuldenbremse im Grundgesetz einhalten zu können. Durch das Konjunkturpaket und den Steuerbonus bei den Kassenbeiträgen sei den Bürgern schon genug geholfen, so die Wirtschaftsweisen. Weitere Steuersenkungen auf Pump seien daher unnötig und würden verpuffen. Mal sehen…