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Arbeitgeber-Tipps: Neuerungen bei Lohnsteuer und Sozialversicherung 2014

27. März 2014
cc by wikimedia / Reinhold Gerstetter

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F√ľr Unternehmen aller Art sind Gesetzes√§nderungen von gro√üer Bedeutung. Insbesondere um finanzielle und arbeitsrechtliche Komplikationen zu vermeiden, sollten Arbeitgeber sich stets √ľber die f√ľr sie relevanten Novellen informieren. Schon seit Beginn des Jahres 2014 gelten einige √Ąnderungen hinsichtlich der Lohnsteuer und der Sozialversicherung. Zahlreiche Infoportale im Internet geben detaillierte Hinweise zu den √Ąnderungen im Sozialversicherungs- und Steuerrecht. Eine knappe Zusammenfassung folgt in diesem Artikel.

Vorverlegung der Jahresmeldung

Zun√§chst wurde der Abgabetermin f√ľr die sogenannte Jahresmeldung vorverlegt. Der Grund sind Ver√§nderungen in der √úbermittlungs- und Datenerfassungsverordnung. Statt am 15. April muss die Meldung nun bereits bis zum 15. Februar eingereicht werden.

An diesem Termin muss der Krankenkasse das im Kalenderjahr 2013 erwirtschaftete Arbeitsentgelt gemeldet werden. Hierbei spielt insbesondere die korrekte Einordnung der Entgeltbetr√§ge eine gro√üe Rolle. Folgende Dinge sind f√ľr die betroffenen Arbeitgeber entscheidend:

Gleitzonenregelung

Mitarbeiter mit Gleitzonen bekommen ihre Verg√ľtung nach der entsprechenden Formel berechnet. Verzichten die Arbeitnehmer auf diese Regelung bei der Bemessung ihrer rentenversicherten Beitr√§ge, muss in der Jahresmeldung ihr komplettes (Brutto-) Arbeitsentgelt dokumentiert sein.

Minijobber

Auch die sogenannten Minijobber sind nun in der Rentenversicherung versicherungspflichtig. Wie allgemein bekannt kann ihre Verg√ľtung h√∂chstens 450 Euro pro Monat betragen. In der Jahresmeldung m√ľssen als Mindestbemessungsgrundlage 175 Euro/ Monat angegeben werden.

Doch wie Gleitzonen-Mitarbeiter können auch Minijobber sich von der Regelung befreien lassen. Dann muss der Arbeitgeber wiederum die tatsächlich erwirtschafteten Summen in der Jahresmeldung eintragen.

Aushilfen

Auch Aushilfen m√ľssen in die Jahresmeldung integriert werden. Bei ihnen m√ľssen nur f√ľr die Unfallversicherung die tats√§chlichen Eink√ľnfte √ľbermittelt werden. Ansonsten besteht f√ľr sie keine Beitragspflicht. Dies bedeutet, dass ansonsten als beitragspflichtiges Entgelt 0 Euro eingetragen werden m√ľssen.

Weitere Mitarbeiter

Der Arbeitgeber muss f√ľr jeden Arbeitnehmer das rentenversicherungspflichtige (Brutto-) Gehalt bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und der Arbeitslosenversicherung angeben. Dabei unterscheidet sich die Bemessungsgrenze seit der deutschen Einigung immer noch. In Ostdeutschland liegt sie bei 58.800 Euro, im Westen bei 69.600 Euro.

ELStAM

Die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, kurz ELStAM, werden im Zuge des B√ľrokratieabbaus durch den Gesetzgeber ab 2014 Pflicht. Grunds√§tzlich soll so Zeit und Geld gespart werden. Es reduziert vor allem die Nutzung von Papier massiv. Dennoch sollte man Papierdokumente vor Ablauf des Jahres 2014 noch nicht entsorgen.

F√ľr den Abruf der ELStAM ben√∂tigt man neben dem Geburtsdatum seiner Arbeitnehmer und deren Steueridentifikationsnummer auch die Angabe, ob sie ihre Besch√§ftigung im Haupt- oder im Nebenverh√§ltnis aus√ľben.

Sachbezugswerte

Bei Jugendlichen, Auszubildenden, aber auch bei erwachsenen Mitarbeitern gelten ab 2014 ge√§nderte Sachbezugswerte f√ľr Verpflegung und Unterbringung. Monatlich stehen hier f√ľr das Fr√ľhst√ľck statt wie im vorherigen Jahr 48 nun 49 Euro fest. Der Satz f√ľr das Mittagessen wurde gegen√ľber 2013 um zwei Euro auf 90 Euro erh√∂ht. Der komplette Bezugswert im Monat betr√§gt nun 224 Euro. Au√üerdem steigt der Wert f√ľr eine unentgeltlich √ľberlassene Unterkunft um f√ľnf Euro auf 221 Euro.

Beitragsbemessungsgrenzen

Grunds√§tzlich steigt der Beitrag, je h√∂her die Eink√ľnfte liegen. Das Unternehmen bezahlt dabei die H√§lfte der Beitr√§ge. Die Bemessungsgrenzen der Beitr√§ge beziehen sich sowohl auf Kranken- oder Pflegeversicherung wie auf Renten- und Arbeitslosenversicherung.

K√ľnstlersozialabgabe

Zum Schluss sollten Arbeitgeber noch den Anstieg der K√ľnstlersozialabgabe auf 5,2 Prozent (vorher: 4,1 Prozent) beachten. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die K√ľnstlersozialkasse (KSK) keinen Zahlungseingang √ľberpr√ľft, der auf alle Einkommen berechnet werden muss. Die KSK setzt aber auf der Grundlage der 2013 angegebenen Entgelth√∂he die im Voraus zu leistenden Zahlungen f√ľr √úbersetzer, Autoren, Grafiker oder Web-Designer fest.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass geeignete Software f√ľr Buchhaltung, Controlling oder Steuererkl√§rung vielen Unternehmen die Handhabung ihrer Finanzen erleichtert. Die hier erl√§uterten Novellen werden dabei durch Aktualisierungen automatisch integriert, was dem Arbeitgeber Zeit, Personal und letztendlich auch Geld spart.

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