Der Ölpreis ist in den vergangenen Tagen nahezu auf den höchsten Wert dieses Jahre gestiegen. Als Grund dafür wird die Hoffnung auf eine sich verbessernde Wirtschaftslage genannt. Diese Hoffnung fusst auf weniger schlecht als befürchtet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten aus den USA. Zwar sind letzten Monat erneut rund 500’000 Jobs verloren gegangen, aber die Ziffern der Vormonate waren noch schlechter. So gesehen, reduziert sich die Fallgeschwindigkeit. Ähnlich präsentieren sich andere Wirtschafts-Indikatoren der grössten Volkswirtschaft. General Motors steht vor der Zahlungs-Unfähigkeit und damit weitere 200’000 Angestellte nahe der Arbeitslosigkeit. Der Immobilienmarkt stabilisiert sich auf tiefem Niveau. Ein Teil der grössten Banken des Landes sind auf weitere staatliche Zuschüsse angewiesen. Im Ölmarkt haben die Vorräte der USA den höchsten Stand der letzten 20 Jahre erreicht. Experten der Internationalen Energie-Agentur rechnen für dieses Jahr mit einem Rückgang der weltweiten Ölnachfrage auf den Stand von 2006. Das sind alles Faktoren, welche auf sinkende Ölpreise schliessen lassen. Trotzdem befinden sich diese wieder wie bei früheren Gelegenheiten auf einer Art Ballonfahrt. Erklären lässt sich das eigentlich nur mit neuen spekulativen Mitteln, welche wieder in die Rohwarenmärkte fliessen und den erwähnten Ballon mit warmer Luft prall füllen. Für Schweizer KonsumentInnen hilft allerdings der auf CHF 1.10 gefallene Dollar, den Ölpreis-Anstieg teilweise zu kompensieren.
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Gegenüber letzten Donnerstag legt am Freitagnachmittag und heute Morgen der Ölpreis in London und New York deutlich auf über 53 USD zu. Der Dollar selber ist für unter CHF 1.14 zu haben. Als Grund für die deutliche Ölpreis-Steigerung wird aufkeimender wirtschaftlicher Optimismus genannt. Dieser basiere auf einem sich positiv entwickelnden Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes. Als zweiter Grund muss die handfeste Drohung Irans, Israel in elf Tagen vernichten zu wollen, bemüht werden. Auch nicht gerade neu, nur konkreter. Daneben hat sich an der Ausgangslage für die Ölpreis-Bildung in den letzten Tagen nichts Grundlegendes geändert und man wird den Eindruck nicht ganz los, der einzige handfeste Grund für den höheren Ölpreis sei das wachsende Ausmass spekulativer Mittel im Öl-Markt. Die Grundlagen von Angebot und Nachfrage werden derzeit an den Rohwarenmärkte konsequent ausgeblendet. Die Nachfrage ist wegen der Weltwirtschaftskrise und trotz gigantischer Hilfspakete, rekordtiefer Leitzinsen und stark verdünnter Geldmengen rückläufig, das Angebot steht auf dem höchsten Wert seit 20 Jahren. Man kann sich kaum vorstellen, dass vor diesem Hintergrund der Ölpreis nachhaltig und deutlich ansteigen soll.
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Zu Wochenbeginn beschäftigt die Möglichkeit einer weltweiten Ausbreitung der ‚Schweinegrippe’ neben den Medien auch die Rohwarenmärkte intensiv. Die Erfahrung mit früheren, vergleichbaren Bedrohungen (SARS, Vogelgrippe) zeigen, dass die weltweite Reisetätigkeit und damit der Flugverkehr jeweils deutlich abnimmt, was auf die Nachfrage nach Kerosen drückt. Zusammen mit der ohnehin schon deutlich abbremsenden Weltwirtschaft als Folge der Finanzkrise sind damit vorläufig sinkende Ölpreise zu favorisieren. Interessanterweise gewinnt in dieser Situation der US-Dollar an Wert, was den Ölpreis-Rückgang für Schweizer Heizöl-KonsumentInnen teilweise aufhebt. Der Ölpreis befindet sich indessen wegen des Rückganges der weltweiten Nachfrage auf das Niveau von 2006 und wegen der höchsten US-Ölvorräte der letzten 20 Jahre ohnehin schon in einem der interessantesten Preisbänder der letzten Jahre. Die Anstrengungen der OPEC, mit Förderkürzungen den trudelnden Ölpreis zu stützen, wirken bisher ebenso wenig wie die gigantischen Hilfsprogramme der westlichen Regierungen der Finanzindustrie, die rekordtiefen Leitzinsen und enorme Mengen frisch gedruckten Geldes der Wirtschaft bisher wieder auf die Beine helfen.
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