Fehler in der Software: Etliche Steuerbescheinigungen für 2010 falsch
Dass unser Steuersystem immer unübersichtlicher statt übersichtlicher wird, sieht man an unterschiedlichen Beispielen. Ständig neue Änderungen und andere Regelungen machen es zunehmend auch den Experten schwer. So kam es bei etlichen Steuerbescheinigungen für das Jahr 2010 offenbar zu massiven Fehlern.
Schuld daran sind Hersteller von Steuersoftware. Diese hatten vom Bundesfinanzministerium nach eigenen Angaben unklare Anleitungen erhalten, die zu Missverständnissen führten. Diese wurden direkt in die Programme eingeführt, so dass für das letzte Jahr Tausende Arbeitgeber falsche Einkommenssteuerbescheinigungen ausgestellt haben.
Demnach sind Angaben zu Sozialversicherung bei vielen Personen, die privat krankenversichert oder freiwillig gesetzlich versichert sind, falsch. In der Lohnsteuerbescheinigung, die die meisten Arbeitnehmer im Januar von ihrem Arbeitgeber erhalten haben, sind offenbar die Zeilen 25 und 26 fehlerhaft. Hier muss der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung eingetragen werden. Dieser Gesamtbetrag kann steuerlich geltend gemacht werden.
Jedoch wurde in vielen Programmen der Arbeitnehmeranteil nicht angezeigt, was zu einer verringerten Steuerentlastung führt. Arbeitnehmer sollten also die Steuerbescheinigung prüfen. Den Fehler erkennt man laut Experten an Zeile 24. Ist diese leer, ist die Bescheinigung korrekt. Hat man bereits eine Steuererklärung abgegeben und den Fehler gefunden, sollte man Einspruch einlegen und am besten eine Kopie der Lohnabrechnung für Dezember beilegen, denn hier sind meist die Beiträge zur Sozialversicherung angegeben.
Die Software-Hersteller haben bereits angekündigt die Programme für 2010 umzustellen und für 2011 seien die entsprechenden Änderungen bereits vorgenommen worden.



