Wohl jedem sollte langsam klar sein, dass den hemmungslosen Spekulationen Einhalt geboten werden muss. Für viele wäre eine Möglichkeit hierfür die Einführung einer sogenannten Finanztransaktionssteuer. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt diesem Modell nur wenig Hoffnung.
In ihrer Rede zur Eröffnung des DGB-Bundeskongresses in Berlin sagte sie, dass sie einer Spekulationssteuer nur als Gemeinschaftsprojekt zustimmen würde. Eine solche Steuer müsse international eingeführt werden, ansonsten hätte sie keinen Sinn.
Sie würde sich der Einführung nicht entgegen stellen, wenn es den Gewerkschaften gelänge, dass die G20-Regierungschefs gemeinsam die Finanztransaktionssteuer forderten. Da dies aber doch eher unwahrscheinlich ist, steht es also schlecht um diese Pläne.
Zusammen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy würde sie sich aber bei der EU-Finanzministerkonferenz am Dienstag für eine schnelle Regulierung der Derivate und Leerverkäufe einsetzen. Mal sehen…
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Der Kakaopreis erlebte im Jahre 2009 ungeahnte Höhen. Er ist auf den Warenterminbörsen in New York und London auf fast bis zu 2.200 Euro/t gestiegen. Schuld ist eine Verlagerung des Börsengeschäftes auf Rohstoffzertifikate. Spekulanten, Banken und Fonds glauben zur Zeit auf den Rohstoffmärkten deutlich höhere Gewinne erzielen zu können als mit anderen Investments. Das niedrige Zinsniveau trägt mit dazu bei, dass auch deutsche Banken am Spekulationskarussell teilnehmen und ihren Anlegern bessere Renditen auf den Rohstoff-Märkten versprechen. Hier werden Produkte wie Rohöl, Gold und Kupfer gleichermaßen gehandelt wie Weizen, Mais, Reis, Kaffee und auch Kakao.
Nach Einschätzung von Finanzexperten soll der Rohkakaopreis trotz guter Ernte hoch bleiben. Und das hat nichts mehr mit herkömmlichen Marktmechanismen zu tun: Die Kakao- und Schokoladenindustrie war bislang geprägt vom Markt regulierenden Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.
Wird der Rohkakaopreis nun willkürlich von Investoren und Spekulanten in die Höhe getrieben, dann nähern wir uns Verhältnissen, wie wir sie bereits bei Rohöl, Gold, Mais und Getreide kennen. Es bleibt dann zu befürchten, dass sich die Verbraucher auf deutlich größere Preisschwankungen bei Schokoladenerzeugnissen einstellen müssen. Verhältnisse wie wir es vom Benzin kennen. Doch hat Schokolade das wirklich verdient?
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